korrespondierende Mitglieder

Folgende im Ausland lebende herausragende Gelehrte, die sich um die Audiologie besonders  verdient gemacht haben und der Deutschen Gesellschaft für Audiologie verbunden  sind, wurden zu  Korrespondierenden Mitgliedern ernannt:

Ernennung: 2000 in Hannover

Begründung der Verleihung der Mitgliedschaft als korrespondierendes Mitglied an Dr. Hans Verschuure, Erasmus Universität Rotterdam

Herr Dr. Hans Verschuure ist einer der weltweit bekanntesten aktiven Audiologen der sich besondere Verdienste in der Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Audiologie erworben hat. Zu seinen diversen Ehrenämtern, die er im Dienste der Audiologie mit großem diplomatischen Geschick und ausgeprägtem Verständnis für die Anliegen seiner Kollegen im internationalen Umfeld ausfüllt, gehört das Amt des secretary general der internationalen Society of Audiology, seine leitende Funktion im Bord der Europäischen Federation of Audiological Society und seine Tätigkeit für das International Journal of Audiology. Die besondere Verbundenheit von Herrn Dr. Verschuure zu der Audiologie in deutschsprachigen Ländern kommt nicht nur durch seine vorzügliche Beherrschung der deutschen Sprache (neben vielen anderen) und der Mitarbeit an mehreren europäischen Verbundprojekten zur Audiologie u. a. mit deutscher Beteiligung, sondern seit Gründung der DGA ist Herr Verschuure regelmäßiger Besucher der DGA Jahrestagungen. Herr Dr. Verschuure ist damit ein idealer Kandidat für ein korrespondierendes Mitglied der DGA, so daß es mir eine besondere Ehre ist, Dich, lieber Hans, als erstes korrespondierendes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Audiologie bekannt geben zu dürfen.

Birger Kollmeier
Hannover, 31.3.2000

Ernennung: 2004 in Leipzig

Begründung der Verleihung der Mitgliedschaft als korrespondierendes Mitglied an Prof. Dr. med. René Dauman, Bordeaux

Die Laudatio hielt Herr Prof. Hoke, der stichpunktartig die umfassenden Verdienste Prof. Bergmans (der u.a. von 1939 -1975 an der Columbia University in New York wirkte) für die internationale Audiologie aufzeigte und zu verstehen gab, dass die DGA stolz darauf sein kann, solch eine international renommierte Persönlichkeit zu ihren Mitgliedern zählen zu dürfen.

Leipzig, 9. März 2004

Ernennung: 2007 in Heidelberg

 

 

Ernennung: 2007 in Heidelberg

 

 

Ernennung: 2007 in Heidelberg

 

 

Ernennung: 2020 online aus Köln

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, liebe Kolleginnen und Kollegen und vor allen Dingen: lieber Torsten Dau,
als korrespondierendes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Audiologie werden international ausgewiesene, ausländische Audiologinnen und Audiologen geehrt, zu denen eine besonders enge Beziehung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie besteht, und die zu mehr Besuchen bei unseren Jahrestagungen ermuntert werden, wobei für sie diese korrespondierende Mitgliedschaft eine besondere Ehrung darstellen soll.

Bei Torsten Dau ist alles andersrum: Er ist geborener Deutscher, kommt wie selbstverständlich sowieso zu den meisten Jahrestagungen der DGA oder anderer Audiologie-Veranstaltungen in Deutschland, und ist dabei inzwischen so international renommiert und mit so vielen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, dass die Vermutung naheliegt, dass es vielmehr eine besondere Ehrung für die DGA darstellt, wenn er diese korrespondierende Mitgliedschaft überhaupt annimmt!

Im Gegensatz zu den anderen korrespondierenden Mitgliedern kenne ich Torsten Dau schon seit frühester akademischer Kindheit - nämlich aus seiner Zeit als Praktikant und Diplomand im Dritten Physikalischen Institut der Universität Göttingen, wo er bei Armin Kohlrausch und Dirk Püschel die ersten Schritte in Richtung auf ein psychoakustisches Hörmodell mit Nachregelschleifen machte. Ab 1993 war er dann einer der ersten Doktoranden unserer frisch gebackenen Arbeitsgruppe in Oldenburg, der im Graduiertenkolleg Psychoakustik seine inzwischen legendären Arbeiten zum „Dau Modell“ durchführte, das insbesondere eine Modulationsfilterbank ins Spiel brachte. Bereits in dieser Zeit lernte er, sich gegen alle Widerstände durchzusetzen – nicht nur beim Handball im TUS vor dem Haarentor, sondern auch bei Akustik-Tagungen in den USA, wo ihn ein etablierter Kollege mit dem Satz empfing „no modulation filterbank in the USA“!

Nach der Promotion und Postdoc-Aufenthalt in Boston fertigte er seine Habilitation in Oldenburg über akustisch evozierte Potentiale und den Zusammenhang zwischen Psychophysik und Neurophysiologie an – heute genauso aktuell wie vor 20 Jahren!  Als ich dann im Jahr 2001 einen Ruf nach Kopenhagen bekam und mir der seinerzeitige Wissenschaftsminister „goldene Handschellen“ anlegte, um in Oldenburg zu bleiben, habe ich die enttäuschten Kollegen aus Dänemark dann unvorsichtigerweise auf den frisch gebackenen Dr. habil. Dr. rer. nat.  Torsten Dau als „rising star“ aufmerksam gemacht. Es kam zwar erschwerend hinzu, dass Torsten sich zwischen der Blauert-Nachfolge in Bochum und dem neu aufzubauenden Lehrstuhl in Kopenhagen entscheiden musste – aber inzwischen ist sonnenklar: Die Dansk Technical University hat mit Torsten Dau einen großartigen Fang gemacht!

Aber auch Torsten hat die richtige Entscheidung gefällt: So hat er in dem sagenhaften internationalen Flair von Kopenhagen in Kooperation mit den dortigen Hörgerätefirmen eine einzigartige Schule von hervorragenden Hörforscherinnen und Hörforschern hochgezogen – sicher eine der ersten Adressen in Europa!

Insofern hat der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Audiologie keinen Moment gezögert, die korrespondierende Mitgliedschaft der DGA Herrn Prof. Dr. Torsten Dau anzutragen. Denn wenn einer tatsächlich die Funktion eines korrespondierenden internationalen Mitglieds der DGA ausfüllen kann, dann ist es sicher Torsten Dau!

Lieber Thorsten, du bist so bekannt und beliebt bei so vielen Kolleginnen und Kollegen, dass ich über Deine menschlichen Qualitäten und Deine hohen Sympathiewerte im gesamten KollegInnen-Kreis nichts zu sagen brauche, sondern nur: Herzlichen Glückwunsch! Mit Dir als korrespondierendem Mitglied erhält unsere Gesellschaft einen ausgezeichneten internationalen Kollegen und Sympathieträger, der es sicher verdient hat!           

Birger Kollmeier, September 2020